Die Rose

Die Rose begleitet mein Leben

 

Als ich mich 1965 selbstständig machte, war noch wenig konzipiert in meinen Handlungen. Ich wusste nicht so richtig, was der Markt verlangte, Ich kultivierte Topfpflanzen, Schnittblumen und pflegte Gräber. Im Winter erbrachte ich hauptsächlich Dienstleistungen wie Bäume und Hecken schneiden. Nach der Heirat eröffnete ich in Gersweiler ein Blumengeschäft, um selbst für Absatz zu sorgen.

 

Alles änderte sich, als wir mit sieben Gärtnern die Süd-West-Blumen gründeten und Kulturabsprachen trafen. Außer Franz Schambil und mir hat sich niemand an die Rosenkultur herangewagt. Später kam Emil Munz noch dazu. Durch meine Vorkenntnisse aus der Baumschule war das für mich relativ einfach. Wir siedelten von Klarenthal nach Gisingen um und bauten in mehreren Abschnitten die „Rosenranch", wie sie im Volksmund genannt wurde, auf.

 

rosenzucht.jpgDie erste Sorte, die wir anbauten war Sonia. Meine Frau Hedi, die aus der Modebranche kam, hatte sie ausgesucht und gesagt: „Das wird ein Renner". Sie hatte recht. Nach Erweiterung der Gärtnerei kamen die Sorte Baccara und die Sorte Carina dazu. 25 Jahre bestimmte die Rose mein Leben. Der Absatz erfolgte erst über die Süd-West-Blumen, später über die Saarland - Blumen. Pro Jahr wurden etwa 150 000 Schnittrosen erzeugt. Sie mussten jeden Tag frisch geschnitten werden, auch an Sonn- und Feiertagen.

 

Schon in den 80iger Jahren kam es durch Importe aus Kolumbien und Teneriffa zu einem Preisverfall. Dazu kam die Ölkrise, so dass sich die Kultur für den Großhandelsabsatz nicht mehr lohnte. In den letzten 10 Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde nur noch für den Privatverkauf produziert.

 

Als Ersatz für die Rosenproduktion habe ich das in Deutschland viel beachtete und nachgemachte „Balkonkastenprogramm" erfunden. Ich brachte es bis auf

11 000 vorgepflanzte Balkonkasten pro Jahr. Auch die Produktion der Balkonkästen begleitete mich etwa 15 Jahre lang. So wie Rosen weniger angebaut wurden, wurde das vorpflanzen der Kästen erweitert.